Silber und Gold

Aktuelle Informationen über die begehrten Edelmetalle

Schwere Zeiten für Edelmetallhändler

Donnerstag 2. Oktober 2014

Seit 2005 hat der Goldpreis ordentlich an Fahrt aufgenommen und im Zuge der Finanzkrise entdeckten immer mehr Kleinanleger und Investoren das edle Metall als sicheren Hafen für ihr Erspartes. Im Zuge dieses Booms witterten viele das große Geschäft im Edelmetallhandel. Neue Unternehmen in allen Größenordnungen widmeten sich diesem Geschäftsbereich. Das ging ganz gut, so lange der Preis weiter anstieg. Doch der zunehmende Konkurrenzdruck und die daher abnehmenden Gewinnmargen sorgten dafür, dass Händler kaum Reserven für etwas ruhigere Zeiten auf die Seite legen konnten.

Der Preiseinbruch 2013 brachte kurzfristig einen regelrechten Run auf physisches Gold. Für Händler war dieser Goldrausch aber wenig profitabel. Immer wieder wurde im Kampf um die vielen neuen Kunden Ware auch unter dem Einkaufspreis verkauft, wohl vor allem in der Hoffnung, von den so gewonnenen Kunden in Zeiten steigender Preise wieder profitieren zu können. Einige haben hier hoch gepokert – zu hoch. Denn seither will der Preis einfach nicht mehr so richtig nach oben gehen. Seit einigen Monaten hört man in Insiderkreisen immer wieder von massiven Problemen, auch größerer Händler.

Nachdem nun in den letzten Monaten nach und nach immer wieder einige kleinere Händler von der Bildfläche verschwunden sind, hat es nun auch einen größeren erwischt. Die Ex Oriente Lux AG musste Anfang September Insolvenz beantragen. 2009 war das Unternehmen mit ehrgeizigen Plänen mit dem Online-Handel über den „Gold Super Markt“ gestartet. Wenig später wurde der erste „Gold to go“ Goldautomat in Dubai aufgestellt, dem im Laufe der Jahre einige weitere folgten – zunächst vor allem in Deutschland, sowie Dubai und Abu Dhabi, später auch in einigen weiteren Ländern. Diese sorgten zwar für jede Menge PR, der wirtschaftliche Erfolg blieb aber offenbar aus.

Verluste im zweistelligen Millionenbereich sollen seit der Firmengründung im Jahr 2007 angefallen sein. Nachdem die Gläubiger nun im Rahmen des Insolvenzverfahrens zu Ihrem Recht kommen sollen, bemüht sich Geschäftsführer Thomas Geißler laut einem Bericht des „Reutlinger Generalanzeigers“ nach eigener Aussage um eine „Auffanglösung“. (Quelle: Bericht auf gea.de)

 

Was bedeutet das also für den Goldkauf?

Zunächst einmal kann man nur jedem empfehlen, Edelmetalle persönlich vor Ort zu erwerben. Das hat nicht nur den Vorteil, dass man die gekaufte Ware auch sicher ausgehändigt bekommt, sondern ermöglicht bis zur gesetzlichen Grenze von 15.000 Euro auch anonyme Tafelgeschäfte. Damit kann man eigentlich nichts falsch machen.

Wer keinen Edelmetallhändler um die Ecke hat, oder aus anderen Gründen dennoch lieber online bestellt, sollte sich nach Möglichkeit vorab so gut wie möglich informieren. Unsere Liste deutscher Edelmetallhändler kann hier etwas Hilfestellung bieten. Bei den von uns mit dem grünen Daumen versehenen Händlern handelt es sich in der Regel um Unternehmen, die schon seit vielen Jahren im Edelmetall-Markt aktiv sind. Auch die zusätzlichen Informationen, die wir bei den Händlern erfragt haben (dazu gelangen Sie per Klick auf das blaue Info-Symbol beim jeweiligen Anbieter), beinhalten einige hilfreiche Angaben des Händlers.

Eine andere Möglichkeit, sich gegen diverse Eventualitäten beim Goldkauf zu versichern, ist der Trusted Shops Käuferschutz, der auch von einigen Edelmetallhändlern in Ihrem Online-Shop angeboten wird. Je nach Händler sind damit Bestellungen bis 2.500 Euro kostenfrei, oder bis 20.000 Euro gegen eine geringe Gebühr, abgesichert. In einem eigenen Beitrag werden wir in Kürze einige Händler vorstellen, die Ihren Kunden diese zusätzliche Absicherung anbieten.

Kommentar schreiben